JU-JUTSU Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Mädchen ab 14 Jahre und Frauen
Aktion - Gewalt gegen Frauen nicht bei uns! - des Deutschen Olympischen Sport Bundes
und des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes am Internationalen Frauentag
EBJC, 08.03.2008

Nur eine kurze Vorbereitungszeit stand uns zur Verfügung, um die Aktion GEWALT GEGEN FRAUEN – NICHT BEI UNS! zu planen und zu organisieren. Die tatkräftige Unterstützung vieler EBJC-er und Nicht-EBJC-er haben diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg gemacht. Besonders eindrucksvoll finde ich, dass der Selbstverteidigungs - Schnupperkurs ausschließlich von Nicht-EBJC-Mitgliedern besucht wurde, von denen ich sicher einige auf der Matte bei uns wieder sehen werde, ob im Ju-Jutsu-Training oder beim Ende März startenden Selbstverteidigungs-Kurs.

Ich hoffe, dass die neu entstandenen Kooperationen mit den verschiedenen Einrichtungen und Beratungsstellen für Frauen im Bezirk Neukölln weiter ausgebaut werden!

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken:

  • bei Frau Edler, der Gleichstellungsbeauftragten vom Bezirk Neukölln und dem Polizeiabschnitt 55
  • bei den Bauchtanzgruppen vom Mädchensportzentrum Wilde Hütte
  • bei Klaus Krause vom ABK Berlin, der uns einen Vollschutzanzug zur Verfügung stellte
  • bei Vera Kötschau, die die Pressearbeit übernommen hat
  • bei den vielen unterstützenden Händen und Köpfen, ohne die der Tag ganz sicher nicht so gelungen wäre 
  • bei Torsten, der für uns als Sanitäter fungierte und außerdem noch als Opfer ;-) herhalten musste und das alles vor seinem Nachdienst
  • bei den Ju-Jutsu-Girls, die 2x mit ihrer Showeinlage für mächtige Stimmung sorgten (Macht weiter so!) 
  • bei Barbara Westphal und Fatma Keckstein, die mich dazu ermutigt haben, diese Aktion zu planen und durchzuführen

So macht mir Vereinsarbeit Spaß! 
Ganz herzliche Grüße
Annika Brückner

Im Zuge der Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns!“ des Deutschen Olympischen Sport Bundes und des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes fand am 8. März 2008 , dem Internationalen Frauentag, im Dojo des EBJC 1922 e.V. ein kostenloser Schnupperkurs in Sachen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Mädchen ab 14 Jahren und Frauen statt. Unterstützung fand diese Vera nstaltung auch durch Frau Edler, die Gleichstellungsbeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln, und durch den Berliner Polizeiabschnitt 55. Dieser schickte durch zwei Polizeibeamtinnen kompetente Beraterinnen.

Nach ein paar herzlichen Willkommensworten durch die Gleichstellungsbeauftragte Frau Edler und Frau Barbara Westphal, die Vereinsvorsitzende des EBJC 1922 e.V., gaben vorerst die Ju-Jutsu-Mädchen eine eindrucksvolle Demonstration ihrer Kampfkünste. Dabei begeisterten die kleinen Damen die großen vor Allem durch die Vielfalt und Dynamik der dargebotenen Techniken. Außerdem ermutigten sie durch offensichtliche Freude am Ju-Jutsu zur Nachahmung.

So beteiligten sich dann anschließend auch 16 Frauen und Mädchen ab 14 Jahren beim Schnupperkurs in Sachen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Annika Brückner gab dabei ihr Debüt als frisch gebackene Frauen-SV Kursleiterin. Dies ist der Direktorin des Frauensports des DJJV, Frau Fatma Keckstein, zu verdanken, da sie wenige Wochen zuvor Annika Brückner motiviert hatte, besagte Kursleiterlizenz zu erlangen. Ein Glück, denn Annika überzeugte von der ersten Minute an durch fachliche Kompetenz und schaffte es binnen weniger Minuten die vorerst schüchternen Teilnehmerinnen zur aktiven Teilnahme zu animieren. Tatkräftige und schlagkräftige Unterstützung fand Annika durch Herrn Torsten Maag, der während des Kurses vorwiegend als „Opfer“ agieren musste, in dieser Rolle allerdings durch Geduld und Ausdauer brillierte.

Der zweistündige Schnupperkurs war auf den klassischen drei Säulen Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung aufgebaut. So fand zu Beginn eine theoretische Annäherung an das Thema Angst statt. Die Teilnehmerinnen waren aufgefordert positive, wie auch negative Assoziationen zum Phänomen Angst zu nennen. Anschließend wurde die Scheu, fremde Menschen zu berühren durch Vertrauensspiele abgelegt, was auch den Zusammenhalt in der Kursgruppe stärkte. Danach folgten eine Reihe von Selbstbehauptungsspielen, bei denen vor Allem der Stimmeinsatz eine besonders wichtige Rolle einnahm. Anfangs zaghaft, wurden die Ausrufe der Teilnehmerinnen im Laufe des Kurses immer lauter und selbstsicherer. Dieses Phänomen war auch bei den darauf folgenden Selbstverteidigungstechniken zu bemerken. Zu Beginn war die Ausführung der Techniken noch kraftlos und zurückhaltend, wurde jedoch im Laufe des zweistündigen Kurses immer dynamischer und selbstbewusster. So platzierten die Kursteilnehmerinnen ihre Schläge und Tritte immer zielgenauer auf die Pratze und schließlich auf Torsten, der sich sicher durch einen Vollschutzanzug geschützt, den Frauen als Angreifer entgegenstellte. Dieser fungierte dann auch geduldig als Anschauungsmodell, als Annika die Teilnehmerinnen gegen Ende des Kurses bat, durch Aufkleben von kleinen Zettelchen mögliche Atemi-Punkte zu markieren.

Es war wunderbar mit anzusehen, wie selbstbewusst und positiv bestärkt die Teilnehmerinnen den Schnupperkurs verließen. „Ich fühle mich gar nicht mehr wehrlos!“, strahlte Kursteilnehmerin Sonja Grädler. Ein Zeichen mehr dafür, dass Selbstverteidigungstraining für Frauen eine mehr als sinnvolle Sache ist, die wirklich jede lernen kann, unabhängig von ihren sportlichen Fähigkeiten.

Weiterführend zu diesem SV-Schnupperkurs bietet der EBJC 1922 e.V. ab Ende März wöchentlich einen Kurs in Sachen „Effektive Selbstverteidigungstechniken“ an, den der ehemalige Polizeibeamte Detlef Eichhorn leiten wird.

Des Weiteren ist eine Kooperation mit dem Mädchensportzentrum „Wilde Hütte“ aus diesem Schnupperkurs heraus entstanden. Frau Annika Brückner wird dort in Zukunft ebenfalls wöchentlich einen Selbstverteidigungskurs für Mädchen und Frauen von 18-26 Jahren leiten. Ganz nach dem Motto: „Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns!“

                                                                                                       Text: Vera Kötschau